Stadtkapelle Gundelfingen 10.September.2010 07:09:42
 
Jun
23
2010
Diplom-Prüfung wird zum Blasmusikevent
Internationale Jury bewertet den Gundelfingen Stadtkapellendirigenten und die Dirigentin des Musikverein Fahlheim    
Gundelfingen (Gernot Walter)
Stehende Ovationen eines überwältigten Publikums nach dem letzten Takt der "Fantasy Tales" von Piet Swerts: sie galten dem Dirigenten der Stadtkapelle Benjamin Markl. Erschöpft und glücklich nahm er diesen Vertrauensbeweis entgegen, hatte er sich doch einer einstündigen Prozedur unterworfen, um das Bachelor-Diplom für die Leitung eines Blasorchesters zu erhalten. Mit "Folk Dances" von Dimitri Shostakovich in der Bearbeitung von Robert Reynolds musste B. Markl beweisen, wozu er seine Gundelfinger Musiker animieren kann. In die Qualität der Einstudierung floss die erste Prüfungsnote.

Können und Musikverständnis
Sein Musikverständnis und sein Können waren gefragt bei der Instrumentierung eines Sinfonieorchesterstückes. Markl wählte den 1. Satz aus der Suite Nr. 1 "Introduction and Dance of Nymphs" von Aram Khachaturian. Hier galt es, den Charakter des Originalwerks möglichst kongruent aus Blasorchester umzusetzen. Markl schuf eine transparente Transkription mit Pizzikato-Kontrabass und Harfe und den von ihm präferierten Holzbläsern vor allem im Walzer. Auch dafür wurde eine eigene Note vergeben. Für viele Zuhörer eine erstmalige und einmalige Erfahrung: die öffentliche Lehrprobe. Benjamin Markl hatte seit 14 Tagen die Partitur von "Signature" von Jan van der Roost in Händen.

Auf überzeugende Weise demonstriert
Seine Stadtkapellenmusiker sahen sie an diesem Sonntagabend zum ersten Mal. In einer guten halben Stunde musste B. Markl seine Vorstellung von der Komposition vermitteln. Er tat das auf überzeugende Weise.

Immer wieder hielt er bei dem Fanfarenauftakt die Trompeten an, den Takt genau einzuhalten, die Intonation zu verbessern, wiederholte dies mehrmals auch mit dem mittleren und tiefen Blech. Später spielte Tongebung und Rhythmus bei den Holzbläsern eine dominierende Rolle. Es war verblüffend zu erleben, wie gelehrig die 78 Musiker den Anweisungen ihres Dirigenten folgten und sich hörbar der Lernerfolg einstellte.

Die gleichen Anforderungen hatte die aus Norwegen stammende Irene Anda mit 98 Aktiven und zahlreichen Gastinstrumentalisten des Musikvereins Fahlheim (Landkreis Neu-Ulm) zu bewältigen. In ihrer Lehrprobe sollte sie die "Bilder einer Ausstellung" von Modest Mussorgski einstudieren. Des Weiteren brachte sie "Fanfare und Choral" (Egil Hovland) und "Spartacus" (Jan van der Roost) sowie als eigene Instrumentierung zwei Tänze aus "Estancia" (Alberto Ginastra) zu Gehör. Bürgermeister Franz Kukla, Rainer Hönl vom Förderverein, Dirigent Eugen Götz warteten mit den Besuchern in der vollen Brenzhalle gespannt darauf, wie die Prüfungskommission das Auftreten der beiden Dirigentenanwärter einschätzte.

Großer Jubel dann in beiden Lagern, als Prof. Hamers das Votum von Thomas Ludescher (Österreich), Ed de Boer (Niederlande), Lothar Uth (Deutschland), Geir Ulseth und Holger Guldbrandsen (Norwegen) bekannt gab: Benjamin Markl erhielt zweimal 1,5 und einmal 1,4; Irene Anda errang zweimal 1,2 und einmal 1,0.

Der Prüfungsvorsitzende Prof. Maurice Hamers sprach sich abschließend lobend über die Organisation durch die Gundelfinger Stadtkapelle aus, dankte Gabi Fischer aus Fahlheim für die kurzweilige Moderation, gratulierte den Examinierten zu ihrer Leistung und zeigte sich erfreut über die lebhafte Unterstützung der Zuhörer für die Prüflinge.

verfasst am 23. Juni 2010 Artikel weiterempfehlen Druckansicht 165x gelesen


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